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Der Zyklus der Frau: Alles, was Du wissen musst

Umfassendes Wissen über euren Zyklus und die damit verbundenen Vorgänge in eurem Körper bedeutet vielmehr als vorhersagen zu können, wann die nächste Periode einsetzt.

Wie sieht der Zyklus der Frau im Idealfall aus?

Wir haben uns einmal die Durchschnittswerte angesehen. Geht man von diesen aus, dauert der Menstruationszyklus exakt 28 Tage; an Tag 14 findet der Eisprung statt. Was versteht man aber unter dem Menstruationszyklus genau? Der Zyklus beginnt an dem Tag, an dem die Regelblutung eintritt und geht bis zum letzten Tag vor der nächsten Monatsblutung. Dass ein Zyklus genau 28 Tage dauert, ist natürlich reine Statistik. Werte zwischen 23 und 35 Tagen sind völlig normal. Wenn der Menstruationszyklus weniger als 25 oder mehr als 31 Tage dauert, kann es trotzdem nicht schaden, einmal mit eurer Gynäkologin darüber zu sprechen. 

 

Was passiert während der einzelnen Phasen des Monatszyklus?

Seinen Menstruationszyklus möglichst genau zu kennen, kann nicht nur bei der Familienplanung hilfreich sein. Folgende Phasen des Zyklus werden unterschieden:

  • Vor dem Eisprung: Desquamationsphase, Proliferationsphase, Follikelphase
  • Nach dem Eisprung: Gelbkörperphase, Sekretionsphase

Das klingt alles sehr wissenschaftlich und unpersönlich. Wenn wir uns den Ablauf im Detail ansehen, wird aber alles schnell klarer. Während der Monatsblutung wird die (alte) Gebärmutterschleimhaut abgestossen und mithilfe des Bluts ausgeschwemmt (die Desquamationsphase, etwa vier Tage). Anschliessend kann sich unter dem Einfluss des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen eine neue Schleimhaut bilden (Proliferationsphase). Gleichzeitig reifen sogenannte Follikel heran, die je eine Eizelle enthalten (Follikelphase). Im Normalfall erreicht nur einer dieser Follikel die notwendige Grösse für den Eisprung. Dieser Vorgang dauert ungefähr bis zum 14. Tag des Monatszyklus, was sich aber individuell stark unterscheiden kann. Die Gebärmutter bereitet sich während dieser Phase also auf die Einnistung eines Eis vor.

Anschliessend kommt es zu einem deutlichen Abfall des Östrogenspiegels und dem Eisprung: Die Eizelle gelangt vom Eierstock über den Eileiter in Richtung Gebärmutter, während sie auf dem Weg auf eine Befruchtung wartet. Dafür haben männliche Spermien maximal 24 Stunden Zeit. Die fruchtbare Zeit dauert jedoch deutlich länger, da männliche Spermien im sogenannten Zervixschleim bis zu fünf Tage im Körper der Frau überleben können.

Falls es nicht zu einer Befruchtung kommt, stirbt die Eizelle ab. Die letzte Phase schliesslich dauert etwa vom 15. bis zum 28. Tag des Zyklus. Während ihr bildet sich der Gelbkörper, der das Hormon Progesteron produziert (Gelbkörperphase). Dieses wiederum sorgt dafür, dass die Gebärmutter bereit ist, eine Eizelle aufzunehmen. Auch werdet ihr feststellen, dass euer Zervixschleim während dieser Phase fester wird (Sekretionsphase). Sollte sich zum Ende der Phase hin keine befruchtete Eizelle eingenistet haben, kommt es zu einer Rückbildung des Gelbkörpers und einem Abfall des Hormons Progesteron.

 

Familienplanung mit dem Thermometer?

Wie aber könnt ihr dieses Wissen über den Zyklus der Frau nutzen, um euren Körper besser zu verstehen? Ihr möchtet zum Beispiel abschätzen, wann ihr fruchtbar seid. Ein untrügliches körperliches Anzeichen, welches euren Eisprung signalisiert, ist zum Beispiel ein messbarer Anstieg der Körpertemperatur. Viele Frauen nutzen daher die «Temperaturmethode» zur Verhütung. Wichtig dabei: Die Körpertemperatur muss direkt nach dem Aufwachen – und vor dem Aufstehen – gemessen werden. Ein weiterer recht sicherer Hinweis auf die eigenen fruchtbaren Tage kann es sein, seinen Ausfluss genau zu beobachten. Habt ihr eure fruchtbaren Tage, ist ein sogenannter spinnbarer Zervixschleim sichtbar. Er ist sehr viel flüssiger als der normale Ausfluss und soll den Spermien den Weg zur Eizelle erleichtern. In der zweiten Zyklushälfte wiederum dominiert das Hormon Progesteron und der Ausfluss wird dicker und zähflüssiger. Kombiniert man diese beiden Methoden (also Temperaturmessung und Kontrolle des Ausflusses) miteinander, spricht man von der NFP-Methode (natürliche Familienplanung) und kann so seine fruchtbaren Tage recht eindeutig bestimmen. Vergesst aber bitte nie: Wenn ihr dieses Vorgehen bei der Verhütung anwenden möchtet, müsst ihr euch intensiv und laufend mit eurem Körper und eurem Zyklus befassen, um eine angemessene Verlässlichkeit zu erreichen. Dafür habt ihr jedoch den Vorteil auf hormonelle Präparate verzichten zu können. (Und natürlich ersetzt die Methode nicht den gebotenen Schutz bei Sex ausserhalb einer Beziehung.)

Die Zyklusphasen und der pH-Wert in der Vagina

Ist die Scheidenflora nicht intakt, seid ihr sehr viel anfälliger für Infektionen aller Art. Von einer gestörten Scheidenflora spricht man dann, wenn der pH-Wert zu niedrig oder zu hoch ist. Im Idealfall sollte der ph-Wert in der Scheide bei etwa 4,5 liegen und ist damit sauer. Da dieser saure pH-Wert aber auch den Spermien zusetzt, die in eure Gebärmutter gelangen möchten, verändert sich der Wert im Lauf des Zyklus. Mit Werten zwischen 7 und 7,5 liegt der pH-Wert während der fruchtbaren Tage im neutralen bis basischen Bereich. Grundsätzlich gilt: Um eine gesunde Scheidenflora aufrecht zu erhalten, solltet ihr bei der Pflege des Intimbereichs auf herkömmliche Seifen oder Duschgels verzichten, da sie das Gleichgewicht durcheinanderbringen. Stattdessen könnt ihr spezielle Produkte wie Gynofit Wasch Schaum oder Gnyofit Waschlotion verwenden, die an den pH-Wert des Vaginalmilieus angepasst sind. Bei Bedarf kann Gynofit Probiotic helfen, falls eure Scheidenflora aus dem Gleichgewicht geraten ist.

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