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Die Dammmassage: Ideal zur Vorbeugung gegen Dammrisse

Die Schwangerschaft ist für die meisten Frauen sicher die aufregendste Zeit im Leben. Es stellen sich unzählige Fragen und man fiebert dem Ereignis der Geburt entgegen. Wie aber kann man sich am besten auf die Geburt vorbereiten? Eine Möglichkeit, von der ihr sicher schon gehört habt, ist die Dammmassage.

Wie funktioniert eine Dammmassage?

Der sogenannte Damm, also das Gewebe zwischen Scheide und After, wird während einer Geburt immens beansprucht. Ein Dammriss, bedingt durch den vom Baby ausgeübten Druck, ist absolut keine Seltenheit. 2017 kam es bei gut der Hälfte aller natürlichen Geburten (54,7%) zu einem Dammriss (Schweregrade 1 bis 4). In den meisten Fällen (94,7%) handelte es sich um einen Dammriss ersten oder zweiten Grades. (Quelle: Bundesamt für Statistik). Durch die Dammmassage soll der Bereich optimal auf die Geburt vorbereitet werden. Wesentliches Ziel der Massage ist es, einem Dammriss vorzubeugen. Regelmässig ausgeführt, kann die Dammmassage dazu beitragen, das Gewebe zwischen Scheide und After elastischer zu machen. Besorgt euch am besten ein gutes Öl – vor allem Mandel- und Jojobaöl haben sich bewährt, grundsätzlich sind alle Pflanzenöle geeignet. Sonnenblumen- und Olivenöl gehen ebenso wie ein ganz gewöhnliches Gleitgel. Im Handel sind auch Ölmischungen erhältlich, die speziell für den Zweck der Dammmassage entwickelt wurden, wie zum Beispiel das Dammöl von Gynofit.

Nehmt euch zunächst einige Tropfen des Öls und reibt es leicht zwischen euren Fingern, so dass sie angewärmt werden. Führt dann euren Daumen vorsichtig in die Vagina ein und massiert sowohl den inneren als auch den äusseren Dammbereich mit leicht kreisenden Bewegungen. Den Druck könnt ihr dabei so lange erhöhen, wie es für euch noch angenehm ist. Schmerzen sollte die Massage keinesfalls verursachen. Führt den Daumen dann vollständig in die Vagina ein und dehnt das Gewebe in Richtung Anus. Versucht dann, mit dem Daumen den Damm leicht nach unten zu wölben. Dabei solltet ihr einen leichten Widerstand verspüren. So imitiert ihr die Bewegungen des Kindes, wenn es während der Geburt mit dem Kopf von innen gegen das Gewebe drückt. Auch hier gilt: Schmerzen sind ein Warnzeichen und sollten nicht auftreten. Seid ihr hinsichtlich der Ausführung der Massage unsicher, fragt am besten eure Hebamme. Sie kann euch wichtige Tipps geben, was ihr bei der Ausführung beachten müsst.

Ab wann kann mit der Massage begonnen werden?

Frauenärzte empfehlen, etwa ab der 34. Schwangerschaftswoche, also etwa sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, mit der Massage zu beginnen. Es genügt, sie drei- bis viermal in der Woche für etwa fünf bis zehn Minuten durchzuführen. Natürlich spricht auch nichts gegen eine tägliche Massage. Verletzen könnt ihr euch dabei kaum. Achtet nur darauf, dass eure Fingernägel nicht zu lang sind.

In welcher Position ihr die Massage durchführt, bleibt euch selbst überlassen. Einige Frauen bevorzugen die Dammmassage im Stehen mit einem angewinkelten Bein, andere fühlen sich im Liegen oder gar in der Hocke wohler. Wichtig ist, dass ihr möglichst entspannt seid. Am besten nehmt ihr die Massage nach einem warmen Vollbad vor. Haltet euch unbedingt an die Tipps eurer Hebamme. Bei vorzeitigen Wehen zum Beispiel sollte mit der Massage noch etwas zugewartet werden. Bei Krampfadern im Bereich der Scheide, Entzündungen oder Infektionen im Genitalbereich, solltet ihr von einer Dammmassage dagegen ganz absehen.

Welche Komplikationen können bei der Geburt auftreten?

Im Normalfall sollte sich die Scheidenöffnung ausreichend dehnen, so dass das Baby hindurchpasst. Ist das nicht der Fall, kann der Arzt einen Dammschnitt durchführen. Es kann aber auch passieren, dass das Dammgewebe durch den Druck von alleine reisst. Bemerkenswert: Natürliche Dammrisse heilen sogar schneller als ein Dammschnitt. Der Dammschnitt soll den übermässigen Druck nehmen und die letzte Etappe der Geburt erleichtern. Nach der Entbindung muss ein solcher Schnitt allerdings sorgfältig vernäht und später im Wochenbett ausreichend versorgt werden. Die Heilung eines solchen Schnittes kann mehrere Wochen andauern. Bei stark vernarbtem Dammgewebe, Saug- oder Zangengeburten lässt sich der Dammschnitt meist nicht vermeiden.

Die Dammmassage während der Schwangerschaft ist eine gute Möglichkeit, oben genannten Komplikationen während der Geburt vorzubeugen. Nicht alle Frauen fühlen sich aber bei der Dammmassage wohl. Gehört ihr dazu, sind Sitzbäder mit Lindenblüten oder Heublumen eine mögliche Alternative. Auch sie lockern den Bereich zwischen Vagina und Anus.

Fazit: Natürlich gibt euch auch die Dammmassage keine Garantie, dass es während der Geburt nicht doch zu einem Dammriss kommt. Die Massage aber ist eine der besten vorbeugenden Massnahmen, die jeder werdenden Mutter offen steht.

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